Entrepreneurs aufgepasst!

Nach Handelsregistereintrag folgt die Abzocke

Die Eintragung in das Handelsregister stellt für alle Gründerinnen und Gründer einen großen und wichtigen Schritt dar. Doch auf die Eintragung folgen nicht nur Freude und Erleichterung, sondern auch viele böse Überraschungen. Die meisten wissen nicht, dass das Handelsregister ein öffentliches Verzeichnis ist und sowohl Neueintragungen als auch Änderungen im Registerportal gelistet und für Jedermann zugänglich gemacht werden. Leider hat nicht Jedermann gute Absichten.
Meist liegen bereits nach wenigen Wochen die ersten Schreiben mit Zahlungsaufforderungen im Briefkasten des jungen Unternehmens – doch welche davon sind tatsächlich zu zahlen und welche bereichern lediglich das Konto des Versenders? 
Gründerinnen und Gründer, die ein Unternehmen bereits haben eintragen lassen, kennen dieses Problem nur zu gut und sind vielleicht auch in die Falle getappt. Um dies zu vermeiden und angehenden Startups vor Fehlern zu bewahren, zeigen wir Euch, wie Ihr ein Betrugsschreiben enttarnt und was Ihr macht, wenn Ihr doch auf die Zahlungsaufforderung eingegangen seid.

Betrugsschreiben sind oft gute Kopien von amtlichen Schreiben und lassen sich auf den ersten Blick nicht eindeutig als Abzocke identifizieren, deshalb gilt es alle Schreiben sorgfältig zu prüfen und auf jede Kleinigkeit zu achten. Wir haben für Euch eine Checkliste mit Indizien erstellt, auf die Ihr achten solltet, wenn die ersten Schreiben ins Haus flattern.
Folgende wichtige Indizien deuten auf ein Betrugsschreiben von Briefkastenfirmen hin:

[x] Irreführender Name meistens mit dem Zusatz eine offizielle Stelle wie Amt oder Kammer zu sein
[x] Missbrauch eines amtlichen Siegels wie Landeswappen
[x] Vollständige Kontaktdaten wie Adresse, Telefonnummer, Telefax und Sprechzeiten fehlen
[x] Angegebene Internetseite ist intransparent
[x] Rechtschreibfehler im Schreiben
[x] Begriffe wie „Offerte“ oder „Angebot“ werden häufig genannt
[x] Zahlungsaufforderung mit Zahlungsfrist ist im Schreiben fett schwarz hervorgehoben

Auch das EZW wurde nicht verschont! An diesem Beispiel seht Ihr, wie solch ein Schreiben aufgesetzt sein kann:

EZW_Betrugsschreiben_Beispiel

Solltet Ihr doch einem Betrug aufgesessen sein und eine Überweisung getätigt haben, so habt Ihr dennoch Möglichkeiten dagegen vorzugehen und euch sogar das Geld zurückzuholen.

Bemerkt Ihr den Betrug schnell genug, so habt Ihr die Möglichkeit Eure Überweisung rückgängig zu machen. Überweisungen dauern je nach Bank zwischen 3 und 24 Stunden und solange diese nicht abgeschlossen sind, kann man versuchen die Transaktion zu stoppen. Hierfür ruft Ihr am besten sofort bei Eurer Bank an. Ist die Überweisung jedoch abgeschlossen, so stehen die Chancen eher schlecht, das Geld jemals zurückzuerhalten, wenn es sich um eine Briefkastenfirma handelt.

Dennoch bedarf es auf jeden Fall weiteren Handlungen, denn nicht Handeln bedeutet, Trickbetrügern wie diesen, freie Bahn zu gewähren. Kontaktiert den Anwalt Eures Vertrauens und setzt Euch mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung, damit Ermittlungen aufgenommen werden. Und warnt, so wie wir es nun getan haben, auch andere Startups vor diesen Betrugsschreiben!

 

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