Female Entrepreneur – Nina Sofie Krah im Interview

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Hi, mein Name ist Nina Sofie Krah, ich bin Co-Founder von Quickdoctor. Momentan befinde ich mich im zweiten Semester „Management, Bachelor of Science“ an der Universität Witten/ Herdecke. Am Management fasziniert mich, dass es maßgeblichdavon abhängt, wie die jeweilige Führungskraft es umsetzt und praktiziert. Überzeugt bin ich davon, dass reine Managementfähigkeiten und ein gutes Fachwissen nicht zu einer guten Führung ausreichen, mit welcher sich Mitarbeiter, die Gesellschaft, aber auch der Manager selbst, nachhaltig wohlfühlen. Neben meinem Studium beschäftige ich mich natürlich viel mit der Weiterentwicklung von Quickdoctor und freue mich, dadurch noch intensiver in das Thema Unternehmertum einzudringen.

 

Welche Geschäftsidee haben Du und dein Team?
Quickdoctor ist ein Start-Up, das sich damit beschäftigt, kurzfristig freigewordene Arzttermine neu zu vermitteln. Das Ziel unseres Produktes ist es, Patienten einen schnelleren Zugriff auf Arzttermine zu ermöglichen und Ärzten dabei zu helfen, ihre Ressourcen effektiver nutzen zu können.
Quickdoctor löst dieses Problem und unterstützt Ärzte bei der Vergabe von kurzfristig ausgefallenen Arztterminen. Der Patient hat bei Quickdoctor die Möglichkeit, schnell einen Arzttermin bei einem gewünschten Facharzt zu erhalten.

Female Entrepreneurship, was bedeutet das für dich?
Frauen, die sich in Führungspositionen verwirklichen und nicht nur bestimmte Kompetenzen besitzen, sondern auch einen besonderen Charakter haben, welcher verantwortungsbewusstes sowie ethisches Handeln mit einbezieht.

Ist deine Herangehensweise anders/besser, als die deiner männlichen Mitgründer?Meine Herangehensweise ist bestimmt anders, als die meiner Teamkollegen. Und das ist auch gut so. Im Team sagen wir uns immer wieder, dass wir uns gerade nicht Gegeseitig messen möchten. Keiner ist besser als der andere, aber jeder ist der Beste in seinem Aufgabenbereich.

Welche Aufgaben hast Du im Team?
In meinem Team kümmere ich mich um alles Organisatorische, die Vereinbarung von Salesgesprächen, die Herstellung von Kontakten zu Kooperationspartnern und die Kommunikation mit diesen. Auch bin ich für das Marketing für Quickdoctor zuständig. Sehr spannend finde ich es auch, etwas aus der Informatik zu lernen oder die Perspektive unseres Zahnmedizistudenten zu erfahren. Dies sind alles positive Nebeneffekte unserer Teamarbeit.

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Lukas, Nina , Max

Was schätzt du an deinen Mitgründern?
Ich schätze es sehr, dass jeder seinen Verantwortungsbereich übernimmt und meistens mehr als die Aufgabe erledigt, die wir beim letzten Treffen vereinbart haben. Durch dieses „Mehr“ ist Quickdoctor immer in Bewegung. Gerade dadurch wird Weiterentwicklung ermöglicht und der Blick des Öfteren auch auf neue Chancen aber auch Problematiken gelenkt.
Die wichtigsten Stärken unseres Teams sind meiner Meinung nach: Verlässlichkeit und die individuellen Kompetenzen jedes einzelnen Teammitgliedes, die unser Team so interdisziplinär gestalten.

Worin siehst du den Grund, dass so wenig Frauen gründen?
Einer der wichtigsten Gründe ist meines Erachtens nach, dass Frauen daran denken, zu scheitern. Ihnen fehlt das Selbstvertrauen in die eignen Fähig- und Fertigkeiten. Auch die Angst, sich gegen die Männerdomäne nicht durchsetzen zu können oder die Unsicherheit bezüglich der Reaktion der Gesellschaft auf Frauen, die sich wie klassische Mannerdomäne benehmen, ist ein ein möglicher Grund.

Wolltest Du schon immer Gründen?
Schon wärend der Abizeit war ich daran interessiert, meine eigenen Ideen zu verwirklichen und gegebenfalls sogar ein Geschäftsmodell daraus zu machen. Somit kam mir die an der UW/H angebotene Gründerwerkstatt unter der Leitung von Frau Prof. Bohnet-Joschko sehr positiv entgegen. Verschiedene Schritte der Unternehmensgründung wurden durchlaufen und mit Expertenwissen gefestigt. Mein Interesse für die Unternehmung und das Gründungsvorhaben von Quickdoctor hat sich mit der Entwicklung des Semesters zunehmend vergrößert.

Was war die bisher größte Herausforderung beim Gründen?
Mich immer wieder mit der Problematik der Verbindung von verantwortungsvoll ganzheitlichem Handeln mit wirtschaftlich unternehmerischem Handeln auseinander zu setzen. Aber dies macht das Gründen gerade so spannend, Ich habe bis jetzt viel von meinen Teamkollegen gelernt.

Wieviel Zeit investierst Du momentan in Dein Start-up?
Neben dem Studium versuche ich 13-15 Stunden in der Woche für Quickdoctor zu investieren. Mal sind es mehr, mal weniger. Das hängt sehr stark davon ab, ob wir gerade einen neuen Entwicklungsschritt überwunden haben, neue Kooperationspartner finden konnten oder an neuen Ideen zur Realisierung unserer Idee tüfteln.

Musstest du für die Gründung des Start-ups auf etwas verzichten? (Hobbys etc.)
Auf der einen Seite muss ich natürlich an der einen oder anderen Stelle schauen, wann ich Zeit für Quickdoctor einplanen kann und möchte. Darunter müssen manchmal leider auch Hobbys leiden. Auf der anderen Seite ist die Weiterentwicklung von Quickdoctor aber etwas, wofür ich brenne und hinterstehe. Ähnlich wie bei einem Hobby, Das ist ja gerade das Schöne am Gründen: Man verbringt den meisten Teil seiner Zeit mit Dingen, die man auch gerne macht.

Wie motivierst du dich, wenn du mal durchhängst?
Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass ich mich schnell innerlich unausgeglichen fühle, wenn sich Studium, Freizeit/Hobbys und Gründung nicht in Balance befinden, daher versuche ich eine Balance zwischen meinen verschiedenen Lebensbereichen zu schaffen. Wenn ich dann doch mal unmotiviert bin, funktionieren zum Auspowern Tennismatchs und an der frischen Luft Joggen gehen eigentlich immer. Um zu Entspannen spiele ich Klavier oder treffe mich mit Freunden. Diese Dinge motivieren mich schnell wieder zum konzentrierten Arbeiten.

Wo siehst Du dich in 5 Jahren?
Auf jeden Fall möchte ich meinem Bachelor den Masterstudiengang „Strategy and Organization“ an der UW/H anhängen. Im Rahmen der verschiedenen Gründungsphasen und der Führung unseres Startups möchte ich Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich Entrepreneurship erlangen. Die Vision unseres Gründerteams ist es, dass Quickdoctor über die Region hinaus der erste Ansprechpartner bei der Suche nach einem zeitnahen Arzttermin wird.

 

Im EZW sind derzeit 3 Gründerinnen vertreten, laut Statistik betrug der Frauenanteil im Jahr 2017 der Gründerinnen an allen Gründerpersonen ca. 38 Prozent. Wir hoffen, dass sich der Trend auch in Zukunft durchsetzt und wir noch mehr weibliche Gründerinnen begrüßen können.

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